Kontinuität bei der Niederdeutschen Bühne Nordenham: Die Mitgliederversammlung der „Plattdüütschen“ bestätigte jetzt Vorstandsmitglieder, deren Posten zur Wahl anstanden. „Wir haben in den vergangenen Jahren erfolgreich zusammengearbeitet und ich bin dankbar, dass die Vorstandskollegen im Amt bleiben,“ sagte Bühnenleiter Torsten Lange. Allen voran wurde Jane Kleidon als stellvertretende Bühnenleiterin wiedergewählt. Sie übt das Amt nun schon seit zehn Jahren aus und bekam vom Vereinsvorsitzenden dafür einen Blumenstrauß überreicht. Dank gab es auch an die weiteren, wiedergewählten Vorstandsmitglieder: Inessa Ostendorp bleibt Schriftführerin und Werner Scholz Beisitzer.
Torsten Lange betonte die enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren. Nach dem Auszug aus der langjährigen Spielstätte im Kasino von Friedrich-August-Hütte mussten die Vereinsmitglieder im Berichtsjahr 2024 zunächst eine mehrmonatige Pause einlegen. „Die Aufgabe der ehemaligen Spielstätte war emotional, aber auch körperlich äußerst anstrengend“, erinnerte Lange. Ende 2023 musste das Theaterhaus aufgegeben werden, weil der Inhaber Glencore Eigenbedarf für den Saal, die Proben- und Werkräume und den Fundus im Obergeschoss angemeldet hatte.
Seit 2024 sind die Plattdüütschen bei Udo Venema untergekommen. Ihr Vereinsquartier haben sie in der Mühlenstraße in Abbehausen bezogen. „Wenn kein Bühnenbild gebaut wird, sanieren und renovieren unsere Bühnenbauer Heiko Cordes und Werner Scholz die Räumlichkeiten“, berichtet Lange. Der Sanitärraum wurde bereits wiederhergestellt und die Teeküche steht kurz vor der Vollendung. Aber: Bis ein funktionsfähiger Fundus wieder hergestellt ist, müssen die Plattdüütschen noch mit einem Provisorium aus Kisten und Kartons leben. Eine kleine Arbeitsgruppe von Mitgliedern wird sich in Zukunft verstärkt um die Einrichtung des Vereinshauses kümmern.
Die Niederdeutsche Bühne zeigt ihre Aufführungen im „Dorfkrug Abbehausen“. Ihr erstes Stück im neuen Domizil war im Herbst 2024 die Komödie „Dartig“. Sie war ein Versuchsballon, um die neuen Abläufe kennenzulernen und die Möglichkeiten im Saal auszutesten. Die Jugendgruppe „Tusculum“ zeigte hier im Sommer 2025 das Jugendstück „Sheesh“. Auch für das kommende Jahr sind drei Inszenierungen im „Dorfkrug“ geplant: Im Mai gibt es eine Musikrevue mit dem Arbeitstitel „Douze Point“. Erfolgsregisseur Philip Lüsebrink aus Hamburg schreibt und inszeniert diese Revue, die auf besondere Momente beim Eurovision Song Contest (ESC) anspielen wird. Der ESC findet 2026 zum 70. Mal statt. Im Sommer zeigt die Jugendgruppe ein Stück, das sich die Jugendlichen gerade auswählen. Und für Herbst 2026 planen die „Plattdüütschen“ eine unterhaltsame Kriminalaufführung.
Sehr viel positive Resonanz erfuhr die Freiluftinszenierung von „Krabat“ am Museum Moorseer Mühle. „Krabat war für alle Mitwirkenden eine Herausforderung“, sagte Torsten Lange. Es war eine der größten, aufwendigsten Inszenierungen in der 40-jährigen Bühnengeschichte. „Krabat hat gezeigt, dass wir eine Lücke schließen im plattdeutschen Kulturangebot in der nördlichen Wesermarsch. Dass wir eine Existenzberechtigung und Existenzmöglichkeit haben zwischen den anderen Theatergruppen.“
Für 40-jährige Mitgliedschaft ehrten die „Plattdüütschen“ Adeline Krupp. Sie hat im Laufe ihrer Vereinstätigkeit viele Aufgaben rund um die Bühne übernommen und stand zuletzt auch als „Plattdeutschpatin“ den neuen Bühnenmitgliedern zur Verfügung. „Es ist richtig und wichtig, wenn uns immer wieder gezeigt wird, wie Plattdeutsch klingen muss“, dankte Torsten Lange dem langjährigen Mitglied.
