Jahreshauptversammlung 2025

Kontinuität bei der Niederdeutschen Bühne Nordenham: Die Mitgliederversammlung der „Plattdüütschen“ bestätigte jetzt Vorstandsmitglieder, deren Posten zur Wahl anstanden. „Wir haben in den vergangenen Jahren erfolgreich zusammengearbeitet und ich bin dankbar, dass die Vorstandskollegen im Amt bleiben,“ sagte Bühnenleiter Torsten Lange. Allen voran wurde Jane Kleidon als stellvertretende Bühnenleiterin wiedergewählt. Sie übt das Amt nun schon seit zehn Jahren aus und bekam vom Vereinsvorsitzenden dafür einen Blumenstrauß überreicht. Dank gab es auch an die weiteren, wiedergewählten Vorstandsmitglieder: Inessa Ostendorp bleibt Schriftführerin und Werner Scholz Beisitzer.

Torsten Lange betonte die enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren. Nach dem Auszug aus der langjährigen Spielstätte im Kasino von Friedrich-August-Hütte mussten die Vereinsmitglieder im Berichtsjahr 2024 zunächst eine mehrmonatige Pause einlegen. „Die Aufgabe der ehemaligen Spielstätte war emotional, aber auch körperlich äußerst anstrengend“, erinnerte Lange. Ende 2023 musste das Theaterhaus aufgegeben werden, weil der Inhaber Glencore Eigenbedarf für den Saal, die Proben- und Werkräume und den Fundus im Obergeschoss angemeldet hatte.

Seit 2024 sind die Plattdüütschen bei Udo Venema untergekommen. Ihr Vereinsquartier haben sie in der Mühlenstraße in Abbehausen bezogen. „Wenn kein Bühnenbild gebaut wird, sanieren und renovieren unsere Bühnenbauer Heiko Cordes und Werner Scholz die Räumlichkeiten“, berichtet Lange. Der Sanitärraum wurde bereits wiederhergestellt und die Teeküche steht kurz vor der Vollendung. Aber: Bis ein funktionsfähiger Fundus wieder hergestellt ist, müssen die Plattdüütschen noch mit einem Provisorium aus Kisten und Kartons leben. Eine kleine Arbeitsgruppe von Mitgliedern wird sich in Zukunft verstärkt um die Einrichtung des Vereinshauses kümmern.

Die Niederdeutsche Bühne zeigt ihre Aufführungen im „Dorfkrug Abbehausen“. Ihr erstes Stück im neuen Domizil war im Herbst 2024 die Komödie „Dartig“. Sie war ein Versuchsballon, um die neuen Abläufe kennenzulernen und die Möglichkeiten im Saal auszutesten. Die Jugendgruppe „Tusculum“ zeigte hier im Sommer 2025 das Jugendstück „Sheesh“. Auch für das kommende Jahr sind drei Inszenierungen im „Dorfkrug“ geplant: Im Mai gibt es eine Musikrevue mit dem Arbeitstitel „Douze Point“. Erfolgsregisseur Philip Lüsebrink aus Hamburg schreibt und inszeniert diese Revue, die auf besondere Momente beim Eurovision Song Contest (ESC) anspielen wird. Der ESC findet 2026 zum 70. Mal statt. Im Sommer zeigt die Jugendgruppe ein Stück, das sich die Jugendlichen gerade auswählen. Und für Herbst 2026 planen die „Plattdüütschen“ eine unterhaltsame Kriminalaufführung.

Sehr viel positive Resonanz erfuhr die Freiluftinszenierung von „Krabat“ am Museum Moorseer Mühle. „Krabat war für alle Mitwirkenden eine Herausforderung“, sagte Torsten Lange. Es war eine der größten, aufwendigsten Inszenierungen in der 40-jährigen Bühnengeschichte. „Krabat hat gezeigt, dass wir eine Lücke schließen im plattdeutschen Kulturangebot in der nördlichen Wesermarsch. Dass wir eine Existenzberechtigung und Existenzmöglichkeit haben zwischen den anderen Theatergruppen.“

Für 40-jährige Mitgliedschaft ehrten die „Plattdüütschen“ Adeline Krupp. Sie hat im Laufe ihrer Vereinstätigkeit viele Aufgaben rund um die Bühne übernommen und stand zuletzt auch als „Plattdeutschpatin“ den neuen Bühnenmitgliedern zur Verfügung. „Es ist richtig und wichtig, wenn uns immer wieder gezeigt wird, wie Plattdeutsch klingen muss“, dankte Torsten Lange dem langjährigen Mitglied.

Jahreshauptversammlung 2024

„The Show musst go on“, heißt ein Sprichwort und könnte das heimliche Credo der „Plattdüütschen“ sein: Trotz ständig neuer Herausforderungen bringt die Niederdeutsche Bühne Nordenham ihre Theaterstücke auf die Bühne. Wie die stellvertretende Vorsitzende Jane Kleidon auf der Jahreshauptversammlung deutlich machte, haben Finanznöte, die Corona-Pandemie, bauliche Sperrungen aufgrund von Brandschutzvorgaben und zuletzt die Kündigung des Theaterhauses im Kasino der WeserMetall Nordenham die Plattdüütschen in den vergangenen Jahren nicht vom Theaterspielen abbringen können. Jetzt hat die Theatergruppe im „Abbehauser Dorfkrug“ ein neues Quartier gefunden und wird ab dem 18. Oktober die Komödie „Dartig“ spielen.

Jane Kleidon dankte dem Bühnenleiter Torsten Lange für seine Arbeit an der Spitze des Vereins, der trotz der nicht immer leichten Zeiten die „Plattdüütschen“ durch die Irrungen und Wirrungen der vergangenen acht Jahre brachte. Auf ihren Vorschlag hin wurde der 43-Jährige für eine weitere Amtszeit als 1. Vorsitzender gewählt. Die Mitglieder waren nach einer Theaterprobe im „Dorfkrug“ zur Jahreshauptversammlung zusammengekommen. Vier andere Vorstandsposten wurden neu besetzt: Sören Drebing übernimmt das Amt des Kassenwartes von Nick Schröder. Bettina Müller wird neue Spielleiterin in Nachfolge von Melissa Hattermann. Traute Funk und Katja rückten als Beisitzerinnen in den Vorstand ein. Petra Wilks und Irene Warnke hatten ihre Ämter zur Verfügung gestellt. Zum Vorstand gehören weiterhin Jane Kleidon (2. Vorsitzende), Schriftführerin Inessa Ostendorp und Beisitzer Werner Scholz (Bühnenbau).

In seinem Geschäftsbericht erinnerte Lange an die erfolgreichen Inszenierungen des Vorjahres, etwa die 70er-Jahre Revue „Ein Festival der Liebe“ und das Drama „Harold & Maude“. Die Jugendgruppe „Tusculum“ zeigte eine „Entführung auf Umwegen“ und nahm am Theaterfestival des Niederdeutschen Bühnenbundes Niedersachsen & Bremen teil. Das vergangene Jahr war vor allem aber geprägt durch den Auszug aus dem Kasino, für das Glencore Eigenbedarf angemeldet hatte. Weite Teile des Fundus mussten aufgelöst werden. Ein Teil konnte über einen Flohmarkt verkauft werden. Dessen Erlös wird zur Renovierung eines neuen Mietlagers in Abbehausen genutzt.

Ende 2023 konnte die Bühne ihr 40-jähriges Bestehen mit einem internen Fest feiern. Zu den Gründungsmitgliedern der Bühne gehören Regina und Gerd Hantke. Beide wurden jetzt zu Ehrenmitgliedern des Vereins ernannt. Über alle Jahrzehnte hinweg standen die Eheleute auf der Bühne oder waren im Hintergrund aktiv. Gerd Hantke gehörte fast 20 Jahre lang dem Bühnenvorstand an.

Ebenfalls geehrt wurde Katja Kramer. Die Leiterin der Jugendgruppe gehört seit zehn Jahren dem Verein an und stand selbst schon über 100. Mal für die Plattdüütschen auf der Bühne.

Mit „Dartig“ beginnt jetzt ein Abschnitt der Niederdeutschen Bühne an neuer Wirkungsstätte. Karten gibt es im Vorverkauf beim „Butjadinger Tor“ in Abbehausen. Für die Plattdüütschen ist dieser Beginn eine neue Herausforderung. Sie sind sicher, dass sie auch diese erfolgreich bewältigen können – getreu dem heimlichen Credo: „The Show musst go on“.