SCHRIEW ÜM DIEN LÄBEN – MISERY

Herbst 2021

Stück nach dem Roman von Stephen King
von William Goldman
ins Plattdeutsche übertragen von Frank Grupe
(erschienen im Lauke-Verlag)
Regie: Frank Wittkowski (Varel)
Premierentermin: 22. Oktober 2021

Schriftsteller Paul Sheldon hat einen Autounfall und wird bewusstlos. Als er wieder zur Besinnung kommt, findet er sich in einem Bett wieder, an einen für ihn unbekannten Ort. Annie Wilkes hat das Unfallopfer in ihre Obhut genommen und stellt sich als „sein größter Fan“ heraus. Da durch den Schneesturm jeglicher Kontakt nach außen unterbrochen ist, versucht die ehemalige Krankenschwester selbst, den Schriftsteller gesund zu pflegen.

Nachdem Annie zunächst liebenswürdig und schrullig erscheint, wird bald ihre dunkle Seite sichtbar. Mehr noch: Sheldon ist ihr hilflos ausgeliefert… Es beginnt ein Kampf ums Überleben – nicht nur für die Romanfiguren des Autoren!

Weitere Aufführungstermine:

werden noch bekannt gebenen.

Karten im Vorverkauf ab Sepember
Online bei reservix.de

oder in diesen Vorverkaufsstellen: NMT Nordenham – Marktplatz;
Kreiszeitung Wesermarsch – Bahnhofstraße
CenterParcs Nordseeküste – Tossens
u.v.a. mehr

Link: Vorverkaufsstellen in Nordenham
Link: Vorverkaufsstellen in Butjadingen

Fragen zum Theaterabo:
Traute Funk, Tel. 04731-205893   E-Mail: funk(a)ndb-nordenham.de

Jahreshauptversammlung 2021

Es gab nicht viel zu berichten: 2020 geht als das Corona-Jahr in die Geschichte der Bühne ein. So blieb ein optimistischer Blick in die Zukunft. Und ein Dank: Leon Nungesser beendet seine Arbeit als Spielleiter und wechselt an ein Profitheater.

Zur Jahreshauptversammlung kamen jetzt die Mitglieder im Kasino in Friedrich-August-Hütte zusammen. Die Versammlung konnte aufgrund des Lockdowns nicht im Frühjahr stattfinden und war in den Sommer verlegt worden. Bühnenleiter Torsten Lange berichtete über das Geschäftsjahr 2020 und die Theatersaison 2020/2021.

 „Das Jahr war geprägt von der Corona-Pandemie.“ Im Frühjahr war die Komödie „Döör an Döör’nanner“ kurz vor der Premiere aus Infektionsschutzgründen abgesetzt worden. Im Herbst sollten die Proben wieder aufgenommen werden. Der Vorstand erstellte ein umfangreiches Hygienekonzept. Doch das Coronavirus verhinderte erneut die Inszenierung. Ähnlich ging es der Jugendgruppe mit ihrem Stück „Nora“ nach Henrik Ibsen: Nachdem der Lockdown den Probenprozess stoppte, verlagerten die Jugendlichen ihre Proben ins „Homeoffice“. Dort nahmen sie sich selbst im Spiel auf. Alle Filmschnipsel werden nun zu einem Gesamtfilm zusammengeschnitten.

Verantwortlich für das Projekt war Jugendspielleiter Leon Nungesser. Er leitete die Jugendgruppe namens „Tusculum“ an und inszenierte seit 2017 die Stücke, darunter Klassiker wie „Frühlings Erwachen“ oder „De Physiker“ – letztere erstmals auf Plattdeutsch. Nungesser bleibt der Niederdeutschen Bühne Nordenham zwar als Mitglied erhalten, wechselt aber nach seinem erfolgreichen Studium an ein Profitheater in Celle. Daher verabschiedete der Vorstand den Jugendleiter, der 2012 selbst als Jugendlicher bei den „Plattdüütschen“ begann, und dankte ihm mit einem Präsent. Nach der Sommerpause übernimmt Katja Kramer die Jugendspielleitung.

Aufgabe der Jahreshauptversammlung war auch die Wahl von Vorstandsämtern: Wiedergewählt wurden die stellvertretende Bühnenleiterin Jane Kleidon und die Beisitzer Petra Wilks und Werner Scholz. Neu im Vorstandsteam ist Lasse Kramer: Er löst die bisherige Schriftführerin Traute Funk ab.

Aufgrund des Lockdowns verzögern sich auch die Umbau- und Renovierungsmaßnahmen im Theaterhaus: Bis zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs im Oktober sind noch einige Maßnahmen zum Brandschutz umzusetzen. Bühnenleiter Torsten Lange machte deutlich, dass das Kassenminus aus dem Corona-Jahr den Spielraum für Inszenierungen und die Umbaumaßnahmen deutlich einschränke. Er zeigte sich aber optimistisch, dass sich im Herbst der Vorhang im Kasino wieder öffnen wird.

„Wöör mit Wutteln“ kommt auch 2022

Plattdeutscher Sprachkalender jetzt bestellbar:

Wissenswertes über plattdeutsche Wörter bietet auf 53 Wochenblättern der Sprachkalender „Wöör mit Wutteln 2022“. Was ist eigentlich ein Boompicker? Wie verwendet man eendoont? Wo genau kommt das Wort wricken her? Informativ, kompetent und unterhaltsam werden plattdeutsche Wörter und Wendungen in ihrer Bedeutung, Verwendung und Herkunft dargestellt; oft bietet sich eine Gegenüberstellung mit dem Hochdeutschen an. Neu im Kalender 2022 wird die Darstellung ausgewählter Ortsnamen sein.

Im Institut für niederdeutsche Sprache laufen aktuell die Vorbereitungen auf Hochtouren: Zum Jahresende soll zum vierten Mal der Wochenkalender „Wöör mit Wutteln“ erscheinen – dann für 2022. Wörter müssen ausgesucht und mit Erläuterungen versehen werden. Und schließlich gilt es, ansprechende Illustrationen zu entwickeln.

„Der überwältigende Zuspruch in den vergangenen Jahren hat uns überrascht. Der große Erfolg ist für uns eine Bestätigung dafür, dass sich viele Menschen in Norddeutschland gern mit Platt beschäftigen“, stellt Kalender-Macher Reinhard Goltz fest.

Ab sofort kann der Sprachkalender „Wöör mit Wutteln“ beim Institut für niederdeutsche Sprache bestellt werden: klenner@ins-bremen.de Die Organisatoren freuen sich besonders auch über Sammelbestellungen. Die Auslieferung ist für Anfang Dezember vorgesehen.

Informationen gibt:

Institut für niederdeutsche Sprache
Dr. Reinhard Goltz
Schnoor 41-43
28195 Bremen

reinhard.goltz@ins-bremen.de

Kein Sommertheater

Mit der seit diesem Monat gültigen Fassung der Corona-Verordnung bekommen Theater zwar wieder mehr Freiraum für Proben und Aufführungen. Der Vorhang im Kasino bei der Niederdeutschen Bühne Nordenham öffnet sich vorerst aber noch nicht.

„Nach Prüfung der seit Juni geltenden Verordnung sehen wir von der Bühnenleitung und Spielleitung nach wie vor große Einschränkungen für uns als Amateurtheater,“ sagt Bühnenleiter Torsten Lange. Da im Mai noch keine Proben beginnen konnten, wurde der Plan verworfen, die Komödie „Döör an Döör‘nanner“ im Juli neu aufzuführen. Die Inszenierung war im März 2020 kurz vor der Premiere aufgrund des ersten Lockdowns gestoppt worden.

Die Jugendgruppe TUSCULUM hat ihre Inszenierung von „Nora“ nach dem Stück von Henrik Ibsen ins „Homeoffice“ verlegt: Die Jugendlichen nehmen sich in Spielszenen selbst per Smartphone auf. Die Videoschnipsel werden anschließend zusammengeschnitten.

Insgesamt blicken die „Plattdüütschen“ aber zuversichtlich in die Zukunft. Die Pläne für die kommende Spielzeit will der Vorstand den Mitgliedern auf der Jahreshauptversammlung vorstellen. Die findet am 9. Juli ab 19 Uhr im Kasino statt. Spätestens im Oktober können sich die Zuschauer auf neue Aufführungen freuen. Bis dahin arbeiten die Bühnenmitglieder hinter den Kulissen weiter. Zum Beispiel wird die Maske erweitert und renoviert. Zudem sind in der Spielstätte zahlreiche Modernisierungen erfolgt.

1962 – De Floot

Februar 2022

Ein Theaterprojekt
Regie: Conny Howell
Premiere: 16. Februar 2022 – 60 Jahre nach der Flutkatastrophe an der Küste

Im Februar 1962 drückt der Nordwestwind das Wasser in die Norddeutsche Bucht, die Wasserpegel an den Deichen steigen. In der Nacht vom 16. Februar bricht ein Hochwasser über die Küstengebiete herein – die jüngste große Sturmflut an der Nordsee mit dramatischen Folgen.

Knapp 60 Jahre nach der Flutkatastrophe will die Niederdeutsche Bühne Nordenham an dieses Ereignis erinnern. Was geschah damals (hier vor Ort)? Wie haben Menschen die Flutnacht und ihre Folgen erlebt, welche Gedanken und Gefühle bewegten sie? Fast drei Generationen ist dieses (historische) Ereignis her, doch gibt es auch eine Bedeutung für die Gegenwart? Und die Zukunft?

Es soll ein (Dokumentar-)Theaterstück entstehen, das die Antworten auf diese Fragen auf die Bühne bringt.

Wir suchen Ihre Erinnerungen! Wo waren Sie, als das Wasser kam? Wie haben Sie von der Sturmflut erfahren? Welche Erlebnisse, Gerüche, Gedanken, Gefühle verbinden Sie mit diesem Ereignis? Hat die Sturmflut Ihre Einstellungen zu Wind, Wetter und dem Leben an der Küste verändert?

Schreiben Sie uns, treten Sie mit uns in Kontakt. Wir suchen Ihre Geschichte, um sie in unser Theaterstück einfließen zu lassen oder für unsere Hintergrundrecherche.

Niederdeutsche Bühne Nordenham
Postanschrift:    Torsten Lange (Bühnenleiter)
                               Am Butjenter 25
                               26954 Nordenham
E-Mail:                lange(a)ndb-nordenham.de

Warum wir Ostern nötig haben

Leeve Plattdüütsche,
liebe Mitglieder und Freunde der Niederdeutschen Bühne Nordenham!

Zum zweiten Mal erleben wir ein Ostern unter den Bedingungen der Corona-Pandemie: Abstandsgebot, Maskenpflicht, Kontaktbeschränkungen. In Nordenham gilt ein nächtliches Ausgangsverbot. Alles soll zum Erliegen kommen, Ruhe kehrt ein. Die Tage der „Grabesstille“ von Karfreitag bis zum Ostermorgen: So still wurden sie kaum von anderen Generationen begangen.

Ein trauriges Jubiläum zog im März an uns vorüber: Seit einem Jahr ist unser Theaterhaus geschlossen. Bis auf wenige Ausnahmen der Jugendgruppe TUSCULUM gab es über 12 Monate keine Proben. Aufführungen schon gar nicht – nicht einmal vom Stück „Döör an Döör’nanner“. Wie eingefroren erschien die Szenerie, als wir nach dem ersten Lockdown zurück ins „Kasino“ kamen: Das Bühnenbild stand (und steht immer noch) spielbereit, Kostüme hingen bereit, Requisiten wollen auf der Bühne eingesetzt werden. Unser Versuch, im Herbst einen zweiten Anlauf zu nehmen, scheiterte aufgrund der Infektionsgefahr.

Ostern feiern Menschen den Neuanfang. Sei es im christlichen Sinne mit der Auferstehung des Gekreuzigten, sei es im heidnischen Sinne mit den Fruchtbarkeitssymbolen Hase und Ei. Sicherlich haben wir im vergangenen Jahr schon einen Neuanfang erwartet nach dem ersten Lockdown. Jetzt jedoch machen wir ihn fest an der Ausweitung des Impfangebotes und an den Schnelltestmöglichkeiten. Wir haben Ostern in diesem Sinne nötig, um Kontaktbeschränkungen überwinden zu können, persönliche und gesellschaftliche Freiheiten wieder zu gewinnen und befreit durchzuatmen. Immer wieder winken Verantwortliche mit der Perspektive, dass auch Theater bald wieder öffnen dürfen.

Wir hoffen auf den Neubeginn des sozialen und kulturellen Lebens. In diesem österlichen Vertrauen blicken wir in die Zukunft. Wenn es die Lage zulässt, planen wir vom Vorstand der Plattdüütschen an der Niederdeutschen Bühne das Folgende für dieses Jahr:

Im Juli soll ein dritter Versuch unternommen werden, „Döör an Döör’nanner“ auf die Bühne zu bringen. Mit offenen Türen und Querlüftung im Saal soll es zu schönen Theatersommerabenden kommen – vielleicht auch nur mit 30% Besucherauslastung.

Im frühen Herbst ist eine Inszenierung von „Residenz Slot & Riegel“ geplant. Regisseur Frank Wittkowski freut sich, dass schon bald nach Ende der Kontaktbeschränkungen die Proben beginnen können – mit einem Jahr Verzögerung.

Ich wünsche euch ein schönes Osterfest. Mögt ihr Kontakt über Telefon, WhatsApp, per Brief oder klassischer Osterkarte untereinander und zu euren Lieben aufnehmen und so die Hoffnung teilen: Es geht wieder los! Bald!

Bis dahin,

euer
Torsten Lange

1.250 Euro für neue Technik

Aus den Reinerträgen des VR-Gewinnsparens erhielt die Niederdeutsche Bühne Nordenham 1.250 Euro.

Dazu schrieb Bühnenleiter Torsten Lange:

„Wir bedanken uns herzlich für den Scheck über 1.250 Euro, die wir zur Verbesserung unserer Bühnentechnik einsetzen in Form eines hochleistungsfähigen Laptops, um Ton- und Videoinstallationen für Bühnenaufführungen umzusetzen; außerhalb der Aufführungen soll die Technik auch für Schulungen genutzt werden.

Diese Weiterentwicklung wäre ohne die Spende ais den Reinerträgen des Gewinnsparens der Raiffeisen-Volksbank Varel-Nordenham nicht möglich gewesen, da wir unsere Reserven aufgrund der Coronapandemie abbauen mussten. Vielen Dank für die Unterstützung!“

Die „Scheckübergabe“ fand heute digital statt – in einer großen Videokonferenz.

Een Jahr Pandemie

von Arnold Preuß (Präsident Niederdeutscher Bühnenbund Niedersachsen und Bremen)

PREMIEREN • PROBEN • PUBLIKUM • DAT FEHLT US BANNIG

De sössteihn Bühnen un Theater van’n Nedderdüütschen Bühnenbund sünd opstunns siet een Jahr dicht. Dat Infektionsschutzgesett geev den Staat dat Recht darto, düsset Ingriepen in de Rechten van de Theater van een Dag op den annern döörtosetten. Veele Bühnen mussen ehr Inszeneern sogar kort vör de Premiere afseggen. An’n 13. Martmaand 2020 keem de erste Lockdown un de Theaterwelt weer van nu op glieks anners. An’n Anfang dachen wi, dat is bloots för’n korte Tiet, aber so na un na kregen wi mit, datt dat Virus kamen is, um to blieven.

Siet een Jahr heet dat för de mehrsten Bühnen: Keen Opföhren, keen Proben, keen Publikum, keen Kontakt mehr ünnernanner, keen Bühnenversammeln… dat Vereensleven is mehr oder minner tosamenbraken. Överall Trurigkeit un ok Bangen bi Spelers un bi’t Publikum. Wann warrt dat wietergahn mit dat Theaterspelen? „Ji fehlt us, hebbt wi faken van us Publikum höört“ in de Pandemie. Dat maakt us optimistisch, dat wi – wenn wi wedder anfangen dröfft – ok wedder us Publikum in usen Saal hebbt. Man liekers is dat ja so, datt dat noch nich klar is, wann wi wedder so spelen könnt, as wi dat vör een Jahr wennt wesen sünd. Warrt dat allens wedder so, as dat weer? Kaamt us Publikum wedder to us, hebbt de Spelers un all de Maten, de to een Theater tohört, wedder Lust un Lengen op de Bühn to gahn oder hebbt se sik in de Twüschentiet op anner Rebeet ehr Flach söcht?

Över den Sommer 2020 hen, dachen all, dat de leegste Tiet vörbi weer un’n paar Bühnen hebbt den ok mit veel Phantasie ehre Speelplans 2020/21 maakt. Se hebbt proovt un ehr Inszeneern ünner Coronabedingen speelt (AHA-Regeln, Lüften, bloots 30 % Tokieker in’n Saal, bloots 1 1⁄2 Stünnen ahn Pause, Masken op usw.). Wi weet von keenen Fall, dat sik een in‘t Theater infizeert hett. De Theaters hebbt goode Hygienekonzepte hatt un kunnen vör Publikum spelen un harrn beläävt, datt dat Publikum justso veel Lengen na’t Theaterspeel harr as de Lüüd op de Bühn.Man dat weer denn doch bloots’n korte Tiet. De Geschäften wurrn wedder opmaakt, de Reisewelle leep un wi dachen, Corona is vörbi.

Aver denn stegen de Infektionen düchtig an, de tweete Welle weer veel stäviger as de eerste un al an’n 1. November 2020 keem de tweete Lockdown över us. Wedder mussen de Theaters dichtmaken. Een Deel van de Theaters ok wedder kort för een Premiere. Liekers wullen wi spelen un hebbt de Speelplans ännert, Stücken mit weniger Lüüd schullen op de Bühn kamen, man bit nu sünd se all dar nicht mit ruutkamen. Veele Bühnen hebbt denn de Speeltiet 2020/21 frötietig afseggt, ́n paar hebbt de Speeltiet ünnerbroken, wiel se dachen, se kunnen in’t Jahr 2021 fröh wieterspelen. Man dar hett ok düttmal wedder’n Uhl seten. Van November 2020 bit (vörlöpig) Mart 2021 sünd de Theater wedder dichtmaakt woorn.

WO GEIHT WIETER, WENN AN’N 22.3.21 DE THEATER WEDDER OPMAKEN KÖNNT

So as dat vörsehn is, kunn dat nu an’n 22. Martmaand heeten, de Theater köönt wedder open maken. So steiht dat in dat Poppier ut de Ministerpräsidenten- un Bundeskanzlerin-Runn. Man ehrdat sowiet is, mööt vörher noch veele Fragen en Anter kriegen: Woveel Lüüd dröfft in’t Theater ünner wecke Bedingen? Mit bloots 25-30 % Platzutnutzen kaamt wi finanziell nich över de Runnen? Wer helpt us bi den Innahmenutfall? Woveel Lüüd dröfft op de Bühn ageern? Na de Kuntaktbeschränkung mit fief Lüüd ut twee Huushollen weer dat nich möglich. Mööt de Theater de Schnelltests maken, wenn se denn na de Inzidenz nödig sünd? Mag dat Ensemble överhaupt wedder in’t Theater flietig warrn? Veele Lüüd sünd darbi, de to de vulnerablen Gruppe höört un noch langen nich impft wurrn. Wo schall dat lopen, wenn een egalweg op de Inzidenzen kieken mutt, mal sünd wi ünner 35, denn wedder twüschen 35 un 50, denn wedder twüschen 50 un 100 – un jedet Mal mutt’n allns anners maken un allns bedenken… so kann een keen Plan maken, mit de wi use Theater wedder opmaken könnt.

Darto kaamt ja nu ok, dat siet de eersten Daag, wo mank den tweeten Lockdown wedder ́n beten openmaakt wurr, de Tallen van de Infizeerten suutje stiegen doot, opstunns sogar wedder düchtiger. De drüdde Well kummt näger oder is al dar…?

Ik bün bannig bannig an’n Twiefeln, datt dat överhaupt so wiet kummt, datt de Theater in düsse Speeltiet 2020/21 noch wedder spelen köönt. De mehrsten Theater hebbt sik vörnahmen, wedder mit de Speeltiet 2021/22 an’n Start to gahn. Aver ok bloots denn, wenn aftosehn is, dat dat’n meist normale Speeltiet ween kann, wo een nich bangen ween mutt, datt de wedder unnerbraken warrt. Allns hangt an’t Impfprogramm. Wat wi bruukt is dat düsset Vörhaben veel mehr Fahrt opnimmt.

Weihnachtsgruß des Bühnenleiters

Leeve Plattdüütsche,
liebe Mitglieder und Freunde der Niederdeutschen Bühne Nordenham!

„Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen
Den Vorhang zu und alle Fragen offen.“

B. Brecht

Mit diesem Satz endet Bertolt Brechts Stück „Der gute Mensch von Sezuan“. Ein wenig trifft er auch auf unsere Lage zu: Das Corona-Virus hat dafür gesorgt, dass unser Vorhang geschlossen bleiben musste. Besonders bedauerlich ist dies für das Ensemble von „Döör an Döör’nanner“: Eine Woche vor der Premiere mussten wir das Theater zum Schutz der Gäste, aber auch zum Schutz unserer Akteure auf und hinter der Bühne schließen.

Was folgte, waren Wochen der Stille. Nach dem Ende des Lockdowns nahmen wir den Vereinsbetrieb im Sommer wieder auf. Im Kasino herrschte eine gespenstische Atmosphäre: Alles lag bereit, um „Döör an Döör‘nanner“ aufzuführen. Nur Gäste durften nicht kommen. Im Herbst machten wir dazu einen neuen Anlauf: Hygienekonzepte wurden geschrieben, Desinfektionsmittelspender angeschafft, Spuckschutzblenden gebaut. Im November sollten die Wiederaufnahmeproben beginnen. Doch das Risiko war gleich in zweierlei Belangen zu groß: für die eigene Gesundheit und für ein mögliches Aufführungsverbot. Das kam dann mit dem zweiten Lockdown, sodass es sich im Nachhinein als richtig herausgestellt hat, den Probenbetrieb nicht wieder aufzunehmen.

Doch es gibt rückblickend auch Positives zu benennen: Im Januar spielten wir siebenmal „Wi sünd woller wer“ im Abbehauser „Dorfkrug“. Wir zählten fast 800 Gäste!
Unsere Jugendgruppe Tusculum nahm nach dem Lockdown im Sommer die Proben zu „Nora“ (ein Stück nach Henrik Ibsen) auf.
Im und rund um das Kasino sind Maßnahmen zur Verbesserung des Brandschutzes getroffen worden. WeserMetall hat einen Teil davon erledigt, ein paar Dinge wurden von unserer „Kasinobaugruppe“ und den Bühnenbauern abgearbeitet. Sichtbares Zeichen: Die Maske ist jetzt deutlich vergrößert worden und wird, sobald wir uns wieder treffen dürfen, alsbald fertig renoviert.

[…]

Verschiedentlich wurde ich gefragt, ob wir als Niederdeutsche Bühne Nordenham finanzielle Coronahilfen bekommen. Diese können wir nicht in Anspruch nehmen, da wir derzeit nicht akut insolvenzgefährdet sind. Dass wir unsere Rücklagen aufbrauchen und Mittel abziehen, die wir für größere Theaterprojekte oder Renovierungsmaßnahmen benötigten, zählt leider nicht. Auch bekommen wir keine Förderung vom Land für Baumaßnahmen im Haus – weil wir nicht Eigentümer des Hauses sind.

[…]

Ich möchte abschließend optimistisch in die Zukunft blicken: 2021 kommt die Inszenierung der Jugendgruppe. Wir wollen versuchen, „Döör an Döör‘nanner“ im Sommer auf die Bühne zu bringen. Für Herbst planen wir ein neues Stück. Vielleicht dürfen wir 2021 wieder zu einem Grillabend zusammenkommen, zum Beispiel zur Einweihung der renovierten Maske. Anlässe werden wir finden – auf jedes einzelne Zusammentreffen freue ich mich jetzt schon.

Aber: Solange es notwendig ist, folgen wir den Ratschlägen und Vorgaben der Regierung und halten die Sicherheitsvorgaben streng ein.

Wenn euch zu langweilig wird, gäbe es noch eine kleine Aufgabe: 2022 möchten wir ein Stück – ähnlich wie das über Alma Rogge – auf die Bühne bringen zur großen Sturmflut 1962. Vielleicht findet ihr Zeit, in alten Fotoalben nachzusehen, ob ihr von der Sturmnacht oder den Folgetagen Fotos habt oder ob sich alte Zeitungsberichte finden lassen. Oder, wenn ihr mögt, schreibt eure Erinnerungen, Erlebnisse, Eindrücke, Gefühle auf – all das kann in das neue Stück einfließen. Über Zusendungen würde ich mich freuen.

Ich wünsche euch frohe Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr, das für alle viel Freude und vor allem Gesundheit mit sich bringen möge.

Euer Torsten Lange