Kurt Müller-Reitzner

Kurt Müller-Reitzner beginnt 1941/42 seine Ausbildung am Wiener Reinhardt-Seminar, die durch den Krieg unterbrochen wird. Nach erfolgreichem Abschluß spielt Müller-Reitzner dann an der „Neuen Scala“ in Wien, am Stadttheater Baden und in St. Pölten. 1949 wird er Leiter des ersten avantgardistischen Theaters in Wien „T 49“, außerdem leitet er das „Theater in der Kalingasse“. Aus politischen Gründen kehrt Müller-Reitzner 1957 seiner Heimat den Rücken und arbeitet bis 1970 in der DDR, so an den Bühnen in Altenburg, Putbus und Frankfurt (Oder). Anschließend kehrt er in den Westen zurück, wirkt als Schauspieler und Regisseur in Bielefeld und Bremerhaven. Besonderes Ansehen genießt er als Regisseur des „Niederdeutschen Bühnenbundes“. Von 1991 bis zu seinem Tod arbeitet Müller-Reitzner schließlich als Regisseur beim „Theater auf dem Flett“, einer Gemeinschaftsinszenierung verschiedener Amateurbühnen. Seit Mitte der 50er Jahre ist der Mime auch vor den Kameras anzutreffen. Anfangs in österreichischen Produktionen zu erleben (u.a. „Der letzte Akt“ oder „Gasparone“), verstärkt Müller-Reitzner dann in der DDR seine Film- und Fernsehtätigkeit. Bei der DEFA eher in kleineren Rollen präsent, bekommt der Charakterspieler insbesondere vom Fernsehen große Aufgaben übertragen. In vielen Fernsehspielen steht sein Name an vorderster Stelle der Besetzungslisten, so in „Sieben Tote suchen einen Mörder“ oder „Die eiserne Mamsell“. Vielfach verkörpert Müller-Reitzner negative Gestalten in politisch motivierten Produktionen. In dem sowjetischen Epos „Schild und Schwert“ darf er zur Abwechslung mal einen deutschen Antifaschisten spielen. In der Bundesrepublik steht Kurt Müller-Reitzner dann kaum noch vor der Kamera, die Bühnenarbeit füllt ihn weitestgehend aus.

Bei uns inzenierte Kurt die beiden Plattdeutschen-Musicals „Ruut ut de Puschen“ und „De Reis na Helgoland“. Von unseren Amateur-Schauspielern verlangte Kurt immer alles ab, das Ergebnis war dann aber auch eine unvergleichlich hohe Profi-Kunst.